Reisetagebuch Nr. 4

Unsere längste Reise hat begonnen.

Eine Lebensreise zu Dritt.

Gefrühstückt und sofort ins Auto! Endlich ging die Reise zur Station Aiguille du Midi los. Eigentlich wussten wir in diesem Moment noch gar nicht wohin wir fuhren. Aber wir fuhren. Wir waren absolut uninformiert. Wie blinde Anfänger-Touristen fuhren wir einfach los in Richtung Stadt. Aufgeregt saß ich als Beifahrer und starrte nur nach draußen.

Der Nebel lies sehr schnell nach und plötzlich kamen erste Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke. Durch ein Loch in der Wolkendecke brach nun die Spitze von einem kleinen Gebirge neben dem Montblanc heraus und ich sah zum ersten Mal ein echtes Gebirge. Ich hätte niemals gedacht, dass es sich so toll anfühlen könnte, etwas so Großes mit eigenen Augen zu sehen! Noch nie sah ich etwas so Riesiges und Gewaltiges. Es vergingen nur einige Sekunden und da war es um mich geschehen. Die Wolkendecke klaffte noch weiter auf und mir wurde bewusst, dass das kleine Gebirge, das vor paar Sekunden noch gewaltig war, nur ein kleiner Fuß verglichen zum Montblanc war. Der Fuß des Eisberges. Ich war hin und weg. Ich staunte und konnte mich nicht satt sehen. Eine Faszination packte mich in Sekundenschnelle.

Ein warmes Gefühl - schwer in Worte zu fassen. Es mag für den einen oder anderen zu sentimental wirken oder überdreht. Diese Faszination kann vielleicht auch nicht jeder nachvollziehen. Man muss es einfach selbst erlebt haben, um es verstehen zu können. In meinem Kopf brodelte es.

Verglichen zu mir war die Stimmung im Auto eher gelassen. Der Ältere von den beiden Kindern ließ die Augen nicht mal von der Spielkonsole. Doch die Augen von meinem Onkel glänzten und ein breites Grinsen machte sich auf seinem Mund bemerkbar. Spürte er das auch? fragte ich mich damals.

Aus weiter Ferne sahen wir, wie Seilbahnen hoch in die Richtung der Gebirge fuhren. Der Parkplatz war schnell gefunden, doch die Kinder wollten gar nicht nach oben. Ich bekam aber kaum was mit und dachte nur daran so schnell wie möglich da hoch zu gelangen. Wir ließen die Kinder zurück und zu zweit bezahlten wir die Tickets um mit der Gondel hoch zufahren.

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