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Vorwort:

Bei diesem Review handelt es sich eher um eine emotionale Richtung. Keine Zahlen, keine Labortests, kein technisches Blabla. Es geht tatsächlich mehr um den emotionalen Wert, den ich in dieser Kamera fühle. Wenn dich eher der fachliche TEST interessiert dann klicke hier. Viel Spaß beim lesen.

Seit meinem 18. Lebensjahr gehört die Fotografie zum wesentlichen Bestandteil meines Lebens. Seit 2013 bin ich sogar Hauptberuflich als Hochzeitsfotograf unterwegs. In all diesen Jahren habe ich zig Kameras in meiner Hand gehalten. Canon Eos 400D, Canon Eos 7D, Canon Eos 5D Mark 2, Canon Eos 5D Mark 3, Canon Eos 5D Mark 4, Sony Alpha 7 III und auch die Sony Alpha 7 RIII.

Es gab Jahre in denen ich 35 – 50 Hochzeiten pro Jahr begleiten durfte. Tausende und abertausende Bilder durchflossen bei mir in Lightroom meinen PC. Irgendwann bekommt man ein Gefühl für Farbe und für die Art der Kamera, mit der man gerade unterwegs ist. Jegliche kleinste Veränderung fällt einem direkt auf. Es ist irgendwann im Blut. Die Canon Eos 5D Mark IV war damals meine letzte Canon. Im Großen und Ganzen war ich mit der Kamera sehr zufrieden. Bis auf einige Probleme mit Sigma-Art-Objektiven war die Kamera damals mit die Beste – vor allem im Bereich der Hochzeitsfotografie. Eines Tages aber entschied Sony eine Kamera auf den Markt zu bringen, die Technisch so ziemlich alles in den Schatten stellen sollte. Ganz frech hat Sony diese auch noch das Basis Model genannt. Ich habe mich extrem lange versucht gegen die Sony zu weheren. So als Canon-Fanboy macht man das einfach. Man ist einer Marke treu egal wie schlecht oder gut diese ist. Und glaubt mir, ich weiß wie falsch dieses Verhalten war.  Trotzdem ist es irgendwann passiert. Der Fachhändler meines Vertrauens drücke mir eine Sony Alpha 7 III mit einem 55 mm in die Hand. „Probiere sie doch einmal aus. Nimm sie mit zur Hochzeit.“ Ganz schön pfiffig oder? Genau an dieser Stelle begann für mich das Dilemma. Einmal das Sony Menü verstanden hatte ich die Kamera schnell auf meine Bedürfnisse eingestellt. Flexibler Fokuspunkt den ich mit dem Joystick steuern konnte und eine Taste für die Aktivierung des Eye-Autofocus. Verschlusszeit sollte die Kamera nicht unter 1/250 unterschreiten, die Iso auf Automatik und die Blende möglichst immer bei 1,8 halten. Während dieser Hochzeit war ich von Gefühlen überwältigt.  Der Focus hatte damals alles was ich von Canon kannte in den Boden gerammt. Der Eye-Autofocus machte mir das Leben unglaublich einfacher. Es war kaum in Worte zu fassen wie viel einfacher die Sony mir meine Arbeit gestaltete. Es war einfach das bessere Werkzeug. Ich war geblendet von der Technik. Farben waren super. Alles schien perfekt. So passierte es tatsächlich, dass ich Canon den Rücken kehrte und voll mit der Sony durchstartete.  Meine zwei 5D MK IV mit allen Objektiven wanderten nach Ebay und Sony wurde beim Fachhändler bestellt. Zwei Mal die Sony A7 III für Hochzeiten – Sony 7 RIII für Landschaften.

 

Sony A73 + Sony 55mm 1.8 | Eye Autofocus | Erste Hochzeit mit einer Sony
Sony A73 + Sony 55mm 1.8 | Eye Autofocus | Erste Hochzeit mit einer Sony

Zu viel Sony-Gequatsche in einem Canon Review

Für das was hier noch folgt ist es mir sehr wichtig, dass ihr das Vorwort kennt. Ich bin kein Labortester. Ich werde hier nicht mit Zahlen um mich werfen und die kleinsten Details aufzählen. Viel mehr geht es in meiner Review um Farben, das Handling, die Leidenschaft und das Gefühl wieder zuhause zu sein. Und vorallem: Spaß an der Fotografie zu haben. Versteht mich nicht falsch. All dieses hin und her Gewechsle der Bodys macht mir keinen Spaß. Es ist Kostenintensiv und mit sehr viel Arbeit verbunden. Warum also habe ich wieder eine Canon in der Hand? Jahrelang habe ich nun Sony als meinen Begleiter in der Fotografie gehabt. Ich habe hunderte Hochzeiten mit Sony fotografiert. Auf den Lofoten in Norwegen war Sony mein Begleiter. Auch die Dolomiten habe ich mehrfach mit der Sony festgehaltem. Im folgenden seht ihr einige Eindrücke.

 

Sony A7R3 | Sony 24mm 1.4 GM
Sony A7R3 | Sony 24mm 1.4 GM
Sony A7R3 | Sony 100 - 400 mm GM
Sony A7R3 | Sony 100 – 400 mm GM
Sony A7R3 | Sony 24mm 1.4 GM
Sony A7R3 | Sony 24mm 1.4 GM

Was macht Sony verglichen zu Canon falsch?

Theoretisch gesehen macht Sony verglichen zu Canon nichts falsch. Aber etwas hat mich jederzeit immer wieder zurück an Canon erinnert. Immer wieder sah ich mir meine alten Landschaftsbilder aus den 5D MK IV Zeiten an und war mir nicht ganz sicher wo genau der unterschied lag, aber meine alten Canon-Bilder machten mir immer noch mehr Freude als die heutigen Sony-Bilder. Es war tief in meinem Unterbewusstsein verankert, dass etwas nicht stimmt. Wenn ich es aus der technischen Perspektive betrachtet habe, waren die Sony-Bilder perfekt. Vielleicht zu perfekt?  Dadurch das Sony eine technische Perfektion anstrebt verlieren die Bilder für mich an Charm. Immer wenn ich ein Bild online zu Gesicht bekommen habe, dass mein Interesse weckte machte ich daraus ein Spiel. Schätzen mit welcher Kamera es geschossen wurde und dann nach dem Fotografen suchen und sein Equipment ansehen. In 99 % der Fälle habe ich ein Canon Bild von einem Sony unterscheiden können. Woran liegt das? Ich weiß es nicht. Vielleicht an den Farben? Der Art wie ich meine Bilder bearbeite und als Endergebnis sehen will? Genau hier liegt wohl mein größtes Problem. Im RAW-Original erscheinen die Bilder alle sehr ähnlich. Doch sobald man anfängt an den Reglern zu spielen merkt man das beinahe identische Bilder etwas andere Bildbearbeitung benötigen. Immer wieder kehre ich zu meinen alten Lightroom Katalogen zurück und schaue durch die alten Bilder von Canon durch. Wieder und wieder fällt mir auf, dass mir meine alten Bilder mehr zusagen.

Der erste Abend mit der Canon Eos R5

Canon rührt die Werbetrommel und stellt die Canon Eos R5 vor. Zum ersten Mal gab es einen echten Konkurrenten und mein Interesse war geweckt. Doch der Preis lässt einen verdammt schnell zur Ernüchterung kommen. Über 4.000 €! Und das auch noch ohne ein Objektiv. Ich hatte einfach keine Chance.

Am richtigen Ort zur richtigen Zeit – genau das ist mir passiert! Ich werde hier nicht auf die Details eingehen, aber durch viele kleine Zufälle hatte ich die Canon Eos R5 in der Hand. Ein Spezial Model extra für Tester der Industrie. Ein Canon 85 mm 1.2 RF und ein Canon 50 mm 1.2 RF waren für einen Abend meins. An diesem Abend habe ich mehr als 1.000 Testbilder gemacht. Aber alles der Reihe nach.

Canon Eos R5 und das Gefühl wieder nach Hause zu kommen.

Jetzt wird es etwas Fan-Girl-Like. Der liebe Herr von Canon öffnet seinen Rucksack und drückt mir die Kamera in die Hand. Meine ersten Gedanken: Die Kamera fühlt sich an wie früher. Anders aber gleichzeitig gleich. Nicht viel Unterschied zur Canon 5D MKiV. Ein schönes Gefühl. Alles war vertraut. Knöpfe, Menü … einfach das ganze Gefühl war toll. In diesem Moment denke ich an all die blöden Fotografen, die mir früher immer erzählt haben warum sie eine teure Leica kaufen und das es viel mit einem Gefühl zu tun hat. So blöd wirkte das alles nicht mehr. Es ist einfach ein schönes Gefühl ein vertrautes Werkzeug mit dieser Power in der Hand zu halten. Ich schaue durch den unglaublich fast DSLR ähnlichen Sucher und bediene die Kamera, als wäre ich nie von Canon weg gewesen. Ich drückte nur ein paar Mal den Auslöser und war einfach verliebt. Ja, ich hatte noch kein einziges Ergebnis gesehen, aber ich war trotzdem aufgeregt in diesem Moment. Ich war ein richtiges kleines Fan-Girl. Einige Minuten und Zufälle weiter bekomme ich die Erlaubnis die Kamera samt Objektive mit nach Hause zu nehmen. Ich war einfach unglaublich glücklich. Die Kamera war noch nirgends zu kaufen. Kaum ein YouTuber oder sonst wer hat sie und ich darf damit für einen Abend arbeiten? Wow.

Was kann die Canon Eos R5

Schnell die Frau mit Babybauch eingeweiht, einem Freund bescheid gesagt und ab in den Park. Sonnenuntergang, Pferde, Bäume, Babybauch inklusive glücklicher Mama – was braucht mehr für einen Test? Die Canon Eos R5 packte jede Situation. Kein Fehlfocus. Der Eye-Autofocus funktionierte unglaublich. Und auch die Geschwindigkeit war unglaublich. Technisch stand ich mit der Canon den Sonys im Nichts mehr nach. Das Okular (der Sucher) hatte es mir angetan. Wenn man von Sony kommt ist man einfach die schlechtesten Sucher gewöhnt die auf diesem Markt in der Preisklasse zu haben sind. Ich war einfach überwältigt. Schon lange her das ich Bilder hobbytechnisch genießen konnte. Fotografie fühlte sich in letzter Zeit immer wie Arbeit an. Das lag aber auch definitiv an meinem Hauptberuf als Hochzeitsfotograf. Doch mit der Canon Eos R5 machte es Spaß. Es war einfach gut. Ich weiß, der eine oder andere hat bis hier her schon einige Male die Augen verdrehen müssen. Trotzdem war es einfach mein Gefühl gewesen. Es war einfach der hammer.

Meine Canon Eos R5 und die Reise nach Grindelwald in der Schweiz.

Meine Idee war folgende: Canon für mein Hobby zu nutzen und Sony weiterhin für Hochzeiten. Ich will, dass es sich anders anfühlt. Berge, Landschaften, Tiere und Reisen mit Canon und beruflich erst mal weiterhin mit Sony. Einige Wochen nach dem ersten Test war die Canon Eos R5 bei mir. Diesmal ging es mit der Kamera nicht einfach in den Park. Es ging diesmal in die Schweiz. Um ganz genau zu sein ging es nach Grindelwald. Dabei hatte ich noch das Canon 100 – 500mm RF, Canon 35 mm RF 1.8 und das Canon 15-35 mm RF. Nun was soll ich sagen? Es ist einfach meine Kamera. Es ist einfach genau das Werkzeug, das mir Spaß macht. Diese kleine Reise hat mich in meinen Gedanken einfach nochmal in allen Belangen überzeugt und bestätigt. Ich steige nun wieder auf Canon um. Ich baue mir mein Equipment wieder nach und nach auf.

Das war mein Fazit nach der Reise in die Schweiz. Die nachfolgenden Bilder sind alle mit der Canon EOS R5 entstanden.

 

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